Europäische Handelsmetropole

Renaissancestadt Augsburg

Dass Augsburg sich zu einer Metropole in der Epoche der Renaissance entwickelte, ist vor allem auf die damals hier ansässigen Handelsgesellschaften zurückzuführen. Unter all den Kaufleuten sticht ein schillernder Name besonders hervor:
Jakob Fugger der Reiche.

 

Die Renaissance beschreibt die europäische Kulturepoche in der Zeit des Umbruchs vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit im 15. und 16. Jahrhundert. Ihre Bezeichnung leitet sich ab von dem Bemühen, die griechische und römische Antike wiederzubeleben. Ausgehend von den Städten Norditaliens beeinflussten Künstler und Gelehrte die Kunst, Architektur, Ästhetik, Literatur und Philosophie. In keiner Stadt Deutschlands spürt man die Lebensfreude und Formensprache der Renaissance bis heute so deutlich wie in Augsburg.

 

Mit der Fugger-Grabkapelle in St. Anna entstand der erste kirchliche Renaissancebau nördlich der Alpen. Im Fuggerstadtpalast, der auf venezianische Vorbilder zurückgeht, verkehrten Kaiser, Könige und Künstler wie Tizian. Der Damenhof im Fuggerschen Anwesen ist ein Frühwerk der deutschen Renaissance. Mit der Fuggerei befindet sich in Augsburg die älteste noch erhaltene Sozialsiedlung der Welt – ein für damalige Verhältnisse sehr modern anmutendes Konzept der Wohnraumbeschaffung. Das 1620 fertiggestellte Rathaus von Elias Holl gilt als der erste öffentliche Renaissance-Bau nördlich der Alpen. Und die einzigartige Trias der Brunnen entlang der Maximilianstraße setzten der Wasserkunst und -wirtschaft bereits vor 400 Jahren ein Denkmal, das mittlerweile Teil der UNESCO-Welterbe-Liste ist.

Veranstaltungen & Termine

Die Fugger und Medici – Förderer der Renaissancekunst

Sonderführung

Die Fugger und Medici – Förderer der Renaissancekunst

14.07.2024 11:00 Uhr

Ein neuer Stadtrundgang, bei dem wir in eine schillernde Epoche eintauchen: Die Renaissance kennzeichnet den Umbruch vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit. Und sie prägt Augsburg bis heute. Dank Elias Holl gilt die Fuggerstadt als die bedeutendste Renaissancestadt nördlich der Alpen!

Drei Frauen, zwei Familien, eine Aufstiegsgeschichte! Die Fugger und Welser in Augsburg

Stadtführung mit Schauspielerin

Drei Frauen, zwei Familien, eine Aufstiegsgeschichte! Die Fugger und Welser in Augsburg

20.07.2024 14:30 Uhr

Wer zog eigentlich hinter den Kulissen an den Fäden, wenn die Herren Kaufleute auf Reisen waren? Bereits Jakob Fuggers Großmutter und Mutter hatten beträchtlichen Anteil am Aufstieg der Familie. Erleben Sie drei starke Frauen live während der Stadtführung!

Von Handel, Geld und Macht

Einstiegsführung

Von Handel, Geld und Macht

28.07.2024 11:00 Uhr

Warum entwickelte sich Augsburg zu Beginn der Renaissance zu einer der bedeutendsten europäischen Handels- und Wirtschaftsmetropolen? Welche Geschäfte machten die Fugger und Welser zu den mächtigsten Kaufleuten der damals bekannten Welt?

Luther und der Kapitalismus

Sonderführung

Luther und der Kapitalismus

08.08.2024 11:00 Uhr

In den erfolgreichsten Jahren des Fugger-Handelsimperiums sehen sich die Firmenchefs Jakob und Anton mit der Reformation konfrontiert. Nicht nur den Ablasshandel, auch den entstehenden Frühkapitalismus kritisiert Martin Luther scharf: Man müsse diese »verdammte Fuckerei« bekämpfen.

Die Fugger und Medici – Förderer der Renaissancekunst

Sonderführung

Die Fugger und Medici – Förderer der Renaissancekunst

11.08.2024 11:00 Uhr

Ein neuer Stadtrundgang, bei dem wir in eine schillernde Epoche eintauchen: Die Renaissance kennzeichnet den Umbruch vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit. Und sie prägt Augsburg bis heute. Dank Elias Holl gilt die Fuggerstadt als die bedeutendste Renaissancestadt nördlich der Alpen!

Drei Frauen, zwei Familien, eine Aufstiegsgeschichte! Die Fugger und Welser in Augsburg

Stadtführung mit Schauspielerin

Drei Frauen, zwei Familien, eine Aufstiegsgeschichte! Die Fugger und Welser in Augsburg

17.08.2024 14:30 Uhr

Wer zog eigentlich hinter den Kulissen an den Fäden, wenn die Herren Kaufleute auf Reisen waren? Bereits Jakob Fuggers Großmutter und Mutter hatten beträchtlichen Anteil am Aufstieg der Familie. Erleben Sie drei starke Frauen live während der Stadtführung!

Auf den Spuren der Fugger

Die Europäische Fuggerstrasse

Im Mai 2019 wurde mit einer feierlichen Veranstaltung im Augsburger Rathaus die Kulturreiseroute entlang der »Europäischen Fuggerstraße« eröffnet. Sie umfasst mittlerweile Orte in Bayern, Österreich, Italien, Spanien und in der Slowakei, an denen die Fugger gewirkt haben – vor allem in Verbindung mit dem Bergbau. Silber und Kupfer waren der »Bergsegen«, mit dem die Augsburger Kaufmannsfamilie so unermesslich reich wurde. Seit Jahrhunderten schon gab es aber nicht nur kommerziellen Austausch innerhalb Europas: Die Verbreitung des Humanismus und der Renaissance-Kunst wäre ohne reisende Kaufleute und Gelehrte ebenso wenig denkbar gewesen.

Aktuelle Meldungen

Ausstellung zu Holbein

Ausstellung zu Holbein

Holbein. Burgkmair. Dürer – Renaissance im Norden: Begegnen Sie der faszinierenden Malerei der Renaissance des Nordens, die in Augsburg ihre prachtvolle Blütezeit begann! Ab dem 19. März in Wien.

Internationale Wochen gegen Rassismus

Internationale Wochen gegen Rassismus

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2024 finden vom 11. bis zum 24. März statt und sind Teil der aktuellen Kampagne »Wir alle sind Augsburg«.

Stadtgeschichte(n)

Stadtgeschichte(n)

Bereits zum neunten Mal findet im Januar 2024 die Vortragsreihe „Stadtgeschichte(n)“ des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg im Fugger und Welser Erlebnismuseum statt.

Weitere Meldungen

Perspektivwechsel

im fokus: die auswirkungen des Frühkapitalismus

Auf wessen Kosten entstand der enorme Reichtum der Fugger und Welser? Diese Frage möchte das Museum stärker in den Fokus rücken.

Sei es die Ausbeutung der Augsburger Weberinnen und Weber, der Tiroler Bergleute oder der Strafgefangenen in Almadén: Jakob Fugger handelte als privilegierter Kaufmann in einer Zeit, in der Menschen nicht als frei und gleich galten. Die Welser finanzierten die Eroberung ihres »Lehens« Venezuela mit dem Verkauf von Lizenzen für den Sklavenhandel und erregten bei ihren Zeitgenossen damit kaum Widerstand. Trotzdem und  gerade deshalb müssen wir heutzutage genau hinsehen: Wie funktioniert Kapitalismus? Wem nützt er, wem schadet er? Welche direkten und indirekten Auswirkungen haben die damaligen Eroberungen der Europäer auf die Gegenwart und die globale Gemeinschaft?

 

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum arbeitet derzeit mit vielen unterschiedlichen Kooperationspartner*innen aus Wissenschaft und Gesellschaft daran, die bestehenden musealen Inhalte mit neuen Akzenten aufzubereiten. In unserem Blog berichten wir davon.

 

Das Kunstwerk »4,578 (4.578)« von Veronica Jackson ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit „Manillen“ – Kupfer-Ringen aus dem 16. Jahrhundert, die für den Kauf versklavter Menschen verwendet wurden. Um die Ausbeutung der Kolonie Venezuela zu finanzieren, bekamen die Welser die Erlaubnis des spanischen Königs, 4.578 versklavte Menschen in der Karibik zu verkaufen.

Ein echter Hingucker

Preisgekrönt

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: Auf den European Design Award 2015 Bronze für Szenographie und multimediale Installationen folgte der German Design Award Special 2016 in der Kategorie »Excellent Communications Design – Fair and Exhibition«. 2018 kam der IF-Design Award für den Kartentisch im Schiffsraum hinzu. Verantwortlich dafür zeichnet auch die uns begleitende LIQUID Agentur für Gestaltung.

Außerdem wurde das Museum 2015 im Rahmen der Auszeichnung Augsburgs als »Hauptstadt des Fairen Handels« mit einem FairTrade-Sonderpreis bedacht: Die Juroren des bundesweiten Wettbewerbs hatte überzeugt, dass die Schattenseiten der Globalisierung im 16. Jahrhundert nicht verschwiegen und mit heutigen Handels- und Arbeitsbedingungen kritisch verglichen werden.

Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnungen, unterstreichen sie doch die außergewöhnliche multimediale, interaktive Ausrichtung unseres Konzepts und unsere Anstrengungen zur kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

Was unsere Besucherinnen und Besucher sagen