Ein Vortrag im Rahmen des Augsburger Gesundheitsdialogs
Der Vortrag beleuchtet die Entwicklung der Medizin und Pharmazie als Ergebnis eines jahrtausendealten Austauschs zwischen Orient und Okzident. Ausgangspunkt ist die grundlegende Frage, die Menschen seit jeher verbindet: Was tun, wenn ein Mensch krank wird? Anhand bedeutender Handschriften aus dem UNESCO-Programm Memory of the World wird die Entwicklung medizinischen Wissens von den frühen Heiltraditionen des Alten Ägypten und Mesopotamiens über die antike griechisch-römische Medizin bis hin zu zentralen Gelehrten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit nachgezeichnet.
Persönlichkeiten wie Hippokrates, Galen, Dioskurides, Hunain ibn Ishāq, ar-Rhazi, Avicenna, Maimonides, Hildegard von Bingen und Andreas Vesalius stehen dabei exemplarisch für die Weitergabe, Übersetzung und Weiterentwicklung medizinischer Erkenntnisse über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg. Der Vortrag zeigt, dass medizinischer Fortschritt stets auf internationalem Austausch beruhte – und dass diese Zusammenarbeit auch heute von zentraler Bedeutung ist, etwa in der medizinischen Forschung, der Pandemievorsorge und der Ausbildung von Fachkräften im Gesundheitswesen. Abschließend wird deutlich, dass interkulturelle Kooperation nicht nur historische Realität, sondern auch eine zentrale Zukunftsaufgabe bleibt.
Referent: Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard, Staatssekretär a. D.
Veranstalter: Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG) und Jakob-Fugger-Zentrum, Forschungskolleg für transnationale Studien (JFZ) der Universität Augsburg.
Der Eintritt ist frei. Bitte um Anmeldung, da die Plätze begrenzt sind.
