Interaktives Gespräch

By dehner@fuw on 5. März 2026 in Unkategorisiert

25.03.2026 | 19:00 Uhr
Ernst-Troeltsch-Raum, Annahof (Holl-Bau), Augsburg

 

Dass die Friedensstadt Augsburg kolonial verflochten ist, zeigt das historische Kapitel der sogenannten »Welser-Kolonie«. Die Augsburger Welser erhielten im Jahr 1528 die Kolonie Klein-Venedig (heute Venezuela) als sogenanntes »Lehen« mitsamt aller Handels- und Ausbeutungsprivilegien von der spanischen Krone. Zusätzlich erhielten sie die Erlaubnis, tausende versklavte Menschen von der westafrikanischen Küste in die Karibik zu transportieren. Was oft als frühe Handelsgeschichte erzählt wird, ist also Teil einer transatlantischen Geschichte von Ausbeutung und Versklavung. Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels am 25.03. interessiert uns: Welche historischen Spuren kolonialer Gewalt wirken bis heute fort und welche Konsequenzen ergeben sich für eine verantwortungsvolle Erinnerungspraxis und unseren Umgang mit der Gegenwart, in Augsburg und darüber hinaus?

 

Im Zentrum des Abends steht ein moderiertes Podium, in dem das Fortwirken kolonialer Gewaltverhältnisse in aktuellen Entwicklungen in Kolumbien und Venezuela diskutiert wird. In Kurzimpulsen der Referent*innen Magda Agudelo, Alejandro Ceballos und Jochen Kleinschmidt kommen kolumbianische und venezolanische Perspektiven, sowie politikwissenschaftliche, dekoloniale und erfahrungsbasierte Kontextualisierungen ins Gespräch, bevor Raum für Fragen, Diskussionen und Austausch mit dem Publikum geboten wird. Der Abend verbindet historisches Gedenken mit einer politischen Gegenwartsreflexion. Sie erleben eine Perspektivverschiebung, in der die Augsburger Geschichte der »Welserkolonie« nicht nur erinnert, sondern aus heutigen lateinamerikanischen Perspektiven – mit Blick auf aktuelle Konfliktlinien in Kolumbien und Venezuela, wie etwa die US-Militärintervention in Venezuela, Konflikte um Rohstoffe und Extraktivismus – neu gerahmt wird.

 

Mit:
· Magda Agudelo (darstellende Künstlerin & Literaturwissenschaftlerin)
· Alejandro Ceballos (Umweltwissenschaftler)
· Jochen Kleinschmidt (Politikwissenschaftler, TU Dresden)
· Moderation: Christina Pauls (Friedens- und Konfliktforscherin, Universität Augsburg)

 

Magda Agudelo ist darstellende Künstlerin und Literaturwissenschaftlerin. Sie wurde in Kolumbien geboren und lebt seit 2004 in Deutschland. Sie studierte Schauspiel an der Academia Superior de Artes de Bogotá (ASAB) und Germanistik an der Universität Augsburg. Mit dem Schwerpunkt Stückentwicklung und performative Ausdrucksformen in (un)konventionellen Räumen arbeitet Magda Agudelo hauptsächlich mit interdisziplinären Künstlerkollektiven in Deutschland und Kolumbien. Viele Projekte, an denen sie beteiligt ist, setzten sich mit gesellschaftskritischen Themen auseinander, wie de-koloniale, emanzipatorische Prozesse und Umgang mit Natur-Ressourcen. Zusammen mit dem theater.prekariat und La Fuchsia Kollektiva gastierte sie bereits 2022 mit der Performance Intersecciones I im Fugger und Welser Erlebnismuseum.

 

Alejandro Ceballos ist Umweltwissenschaftler und Referent zu den Themen Extraktivismus und Klimagerechtigkeit. Geboren in Venezuela, studierte er Umweltwissenschaften an der Universidad Yacambu. Einen Master in Umweltmanagement absolvierte er an der Universität Hohenheim sowie an der Kopenhagen Universität, wo er mehrere Jahre zu Klimawandel und Ernährungssystemen forschte. Inhaltlich beschäftigt er sich mit Extraktivismus, kolonialen Kontinuitäten, Klimagerechtigkeit, Rassismus, Eurozentrismus und epistemischer Gewalt. Zudem war und ist er mit basisnahen Initiativen in Venezuela im Bereich ökologischer und urbaner Landwirtschaft verbunden. Im Juli 2021 war er Gast in einem Podcast des Weltfunk Augsburg in Kooperation mit dem Fugger und Welser Erlebnismuseum.

 

Jochen Kleinschmidt ist Politikwissenschaftler. Er promovierte 2014 an der LMU München und arbeitet gegenwärtig als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Politik an der TU Dresden. Zuvor lehrte er unter anderem an der Universidad del Rosario in Bogotá, Kolumbien, der Universidad EAFIT in Medellín, Kolumbien, und der Universität der Bundeswehr München. An der Katholischen Universität Eichstätt war er Koordinator des Zentralinstituts für Lateinamerikastudien. Er beschäftigt sich mit Themen aus der Konfliktforschung wie etwa der Rolle neuer Technologien in bewaffneten Konflikten, der Grauzonenkriegführung, der organisierten Kriminalität, aber auch mit Theorien der Internationalen Beziehungen und der historischen Soziologie.

 

Christina Pauls ist Friedensforscherin und arbeitet schwerpunktmäßig zu Erinnerung, Frieden und Identität. Sie ist Geschäftsführerin des Transferzentrums Frieden Augsburg und freiberuflich als Beraterin für gesellschaftliche Konflikttransformation und soziale Bewegungen tätig, sowie als Bildungsreferentin für Globales Lernen, Friedensbildung, Kritisches Weißsein und kolonialkritische Bildung. Sie engagiert sich erinnerungsaktivistisch und setzt sich für eine Anerkennung und Aufarbeitung deutscher Kolonialgeschichte ein.

 

Veranstalter: Transferzentrum Frieden Augsburg, in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof und dem Fugger und Welser Erlebnismuseum Augsburg.

 

25.03.2026 | 19:00 Uhr
Ernst-Troeltsch-Raum, Annahof (Holl-Bau), Augsburg

Internationale Wochen gegen Rassismus

By dehner@fuw on 10. März 2026 in Unkategorisiert

Wie bereits in den letzten Jahren wird es auch 2026 wieder einen Pop-up-Store in den Wochen gegen Rassismus geben.

Nach der Denk- und der Dialogstätte kommt der dreijährige Projektzyklus mit der „Machstätte: Erinnern, Lernen, Verändern” zum Ende.

Dieses Mal an einem besonderen Ort: Im KARO [10] in der Karolinenstraße 10 wird es ein zweiwöchiges vielfältiges Programm rund um das Thema Rassismus geben.

 

Programmheft zum Download

 

Tägliche Öffnungszeit: 13 bis 19 Uhr (außer sonntags) und zu den jeweiligen Veranstaltungen.

 

 

 

 

Zur weiteren Information möchten wir insbesondere auf diese Internationalen Gedenktage aufmerksam machen:

 

21.3.: Internationaler Tag gegen Rassismus
Alljährlich finden rund um den 21. März die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Sie verstehen sich als Aktionswochen der Solidarität mit den Opfern von Rassismus. Das Datum nimmt Bezug auf den 21. März 1960, als rund 20.000 Menschen im südafrikanischen Sharpeville bei Johannesburg gegen die diskriminierenden Passgesetze des damaligen Apartheid-Systems in Südafrika demonstrierten. 69 Demonstrierende wurden beim sogenannten „Massaker von Sharpeville“ von der Polizei erschossen, mindestens 180 wurden verletzt. 1966 rief die UN-Generalversammlung den 21. März zum »Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung« aus.

 

24.3. Internationaler Tag für das Recht auf Wahrheit über schwere Menschenrechtsverletzungen und für die Würde der Opfer
Im Jahr 2010 hat die UN in Gedenken an jene, die im Kampf um Menschenrechte ihr Leben lassen musste, den Gedenktag ins Leben gerufen. Der Tag erinnert daran, dass die Wahrheit im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen aufgeklärt werden muss, um Veränderungen in Gang zu setzen und Menschenrechtsverletzungen aufzuarbeiten.

 

25.3.: Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels
Mit diesem Gedenktag weist die UNO auf die Gefahren von Rassismus und Vorurteilen hin. Er wurde anlässlich des 200. Jubiläums des Verbotes der Sklaverei 2007 initiiert und erinnert seit 2008 jährlich an den transatlantischen Sklav*innenhandel, die größte erzwungene Migration der Weltgeschichte – über einen Zeitraum von mehr als 400 Jahren. Gleichzeitig erinnert der Gedenktag an heutige Opfer von Menschenhandel und Zwangsarbeit.

 

Weitere interessante Formate bundesweit sind auf der Website der Stiftung gegen Rassismus  zu finden.

Reise entlang der Europäischen Fuggerstraße

By dehner@fuw on 13. März 2025 in Unkategorisiert

Im April 2024 kam Krakau als weiterer Partner der Europäischen Fuggerstraße hinzu. Die Kulturreiseroute auf den Spuren der Fugger-Firma wurde von der Regio Augsburg Tourismus GmbH initiiert und 2019 gegründet. Inzwischen umfasst sie Orte in Bayern, Österreich, der Slowakei, Italien, in Spanien – und neuerdings auch in Polen. Nach einer ersten Reise im September 2025 bietet jetzt das Augsburger Reiseunternehmen Hörmann Reisen eine fünftägige Tour vom 30.05. bis 03.06.2026 Auf den Spuren der Fugger nach Breslau, Krakau, Banská Bystrica und Bratislava an.

 

Nur mit Textilhandel wäre die Fuggerfirma nicht das umsatzstärkste Handelsunternehmen Europas geworden: Am profitabelsten war neben dem Gewürzhandel der Handel von Metallen. Insbesondere Kupfer aus der heutigen Slowakei wurde tonnenweise vertrieben und ging bis nach Indien um die halbe Welt. Dieses Kupfer wurde in Breslau und Krakau erst einmal in Richtung Ostsee weitertransportiert, bevor es dann an Kaufleute aus ganz Europa verkauft wurde. Mit den Aktivitäten der Partner der Europäischen Fuggerstraße in Krakau und Banská Bystricá wird hinweisend auf die engen Verflechtungen der Fugger nach Osteuropa Einiges geboten:

 

Breslau
Für viele Polen ist Breslau die schönste Stadt ihres Landes. Mit ihrer Lage auf zwölf Inseln verbinden über 100 Brücken die Bezirke des „Venedig des Ostens“. Die Fugger hatten am Marktplatz eine Niederlassung, um Kupfer und andere Waren auf der Oder in Richtung Ostsee umzuschlagen. Eine Stadtführung zeigt nicht nur den mittelalterlichen Kern, sondern entführt auch in grüne Stadtteile mit sehenswerten Jugendstilvillen. Am nächsten Tag geht es dann in die zweitgrößte Stadt Polens: Krakau diente lange Zeit als Drehscheibe zwischen Ost- und Westeuropa.

 

Krakau
Das blühende Zeitalter begann für Krakau um 1500. Ein selbstbewusstes Bürgertum aus der Zunft der Kaufleute hatte die Stadt aufblühen lassen: Von Ost nach West handelte man mit Pelzen, Honig, Wachs, Holz, aber auch wertvollsten Gewürzen aus Asien. Aus der Gegenrichtung kamen flämische Tuche oder Metallwaren. Der wichtigste Handelsweg indes verlief von Süden in Richtung Ostsee: Aus Ungarn trieb man große Rinderherden nach Norden – und vor allem verschiffte man Tonnen von begehrtem Kupfer aus Banská Bystrica (damals: Neusohl in Oberungarn) auf die Weichsel in Richtung Hafenstädte. Ausschlaggebend für die Erweiterung des Fuggerschen Netzwerks war die Bekanntschaft mit Johann I. Thurzo gewesen, die 1495 in die Gründung eines Joint Ventures mündete: Der Kaufmann aus Krakau und Jakob Fugger gründeten den Gemeinen Ungarischen Handel mit dem Ziel, die Ausbeute aus den oberungarischen Kupferminen in ganz Europa zu vertreiben. Neben einer Besichtigung des Underground Markets und der Marienkirche stehen auch Führungen durch das jüdisch geprägte Viertel Kazimierz sowie Schindlers Fabrik auf dem Programm.

 

Banská Bystrica und Bratislava
Am vierten Tag zeigt die Thurzo-Fugger-Erlebnisausstellung im slowakischen Banská Bystrica die engen Verflechtungen Augsburger Kaufleute im europäischen Kupferhandel. Auf dem Weg nach Bratislava überraschen die Holzkirche in Hronsek und die Burg Cerveny Kamen mit spannenden Einblicken in die slowakische Geschichte – die sogar Verbindungen zur Fugger-Familie aufweist. Nach einer Übernachtung und Überblicksführung in der slowakischen Hauptstadt geht es wieder Richtung Augsburg, wo sich die Firmenzentrale der Fugger befand und bis heute die Fuggerei und das Fugger und Welser Erlebnismuseum die faszinierende Geschichte Augsburgs als europäische Handelsmetropole erzählen.

 

Weitere Informationen bei Hörmann-Reisen unter info@hoermann-reisen.de
Weitere Informationen zur Europäischen Fuggerstraße unter www.fuggerstrasse.eu.

Ausstellung: Reichtum der Kunst

By dehner@fuw on 19. November 2025 in Unkategorisiert

Reichtum der Kunst – Jakob Fugger und sein Erbe

 

Anlässlich des 500. Todestages von Jakob Fugger dem Reichen zeigen die Kunstsammlungen und Museen Augsburg in Kooperation mit den Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen eine Sonderausstellung zu den reichen Kunstschätzen aus der Zeit der Fugger. Die kunsthistorische Ausstellung beschäftigt sich vornehmlich mit der Bedeutung der Fugger als wichtige Akteure und Förderer der zeitgenössischen Kunstproduktion.

 

Die Schau umfasst drei Themenblöcke, die in den repräsentativen Räumen im zweiten Stock des Schaezlerpalais zu sehen sind: Venezianische Meister wie Canaletto, Veronese und Tiepolo betonen beispielsweise die weitreichenden Verbindungen der einflussreichen Handelsfamilie über Augsburg hinaus. Präsentiert werden länger nicht gezeigte Gemälde von Hans Maler und Albrecht Dürer. Zu sehen ist aber auch neu erworbener Schmuck, Kunsthandwerk und Grafik aus dem Besitz und Umfeld der Fugger, das Mäzenatentum verdeutlichend. Die eigenen Bestände der Kunstsammlungen & Museen Augsburg werden hier durch Leihgaben ergänzt.

 

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

 

 

Die Ausstellung ist bis zum 12. April 2026 im Augsburger Schaezlerpalais zu sehen.

Veranstaltungstipp: Intersecciones II

By dehner@fuw on 19. November 2025 in Unkategorisiert

Lecture-Performance über das »Erbe« der Welser in Kolumbien mit Magda Agudelo und Adelheid Schulz

 

Seit 2020 beschäftigen sich die Künstlerinnen Magda Agudelo (Deutschland/Kolumbien) und Adelheid Schulz mit Kontinuitäten der Ausbeutung menschlicher und natürlicher Ressourcen in Kolumbien seit der Zeit der ersten Eroberungen in Lateinamerika. Ausgangspunkt ihrer Recherche ist die erfolglose Expedition der Augsburger Welserkompanie auf der Suche nach Gold durch Venezuela und Kolumbien im 16. Jahrhundert.

 

Im Oktober reisten Agudelo und Schulz auf den Spuren der Welser durch Kolumbien. In Villavicencio und San Juan de Arama recherchierten sie zu Gründungsmythen der Orte im kollektiven Gedächtnis der Bewohner:innen, kolonialen Praktiken in Vergangenheit und Gegenwart sowie Strategien des Widerstands der indigenen Bevölkerung. Erste Eindrücke der Reise gibt es auf Instagram.

 

In der Lecture-Performance am 28. November um 19:00 teilen sie auf der Reise gesammelte Erfahrungen, Erzählungen, Fundstücke, Notiertes und Dokumentiertes mit dem Publikum.

 

 

Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@lindenmuseum.de

Die Reise wurde vom Goethe-Institut gefördert. Konzeption, Recherche, Proben und Lecture Performance wurden vom Kulturamt der Stadt Stuttgart gefördert.

 

Gedenkjahr 1525

By dehner@fuw on 6. März 2025 in Unkategorisiert

Im Bauernkriegsjahr 1525 schrieb Memmingen Geschichte. Hier forderten die aufständischen Bauern mit ihren »Zwölf Artikeln« Freiheit, Menschenwürde und Gleichberechtigung. Diese Schrift gilt heute als erste Formulierung von Grund- und Menschenrechten in Europa. Memmingen macht sich als »Stadt der Freiheitsrechte« auf den Weg, die Ideale der Bauern in unsere moderne, vielfältige Gesellschaft zu übertragen. Machen Sie mit!

 

Im Jahr 2025 werden nicht nur die »Zwölf Artikel« gefeiert, sondern auch der schätzungsweise 70.000 Opfer des Bauernkriegs gedacht. Genau im Todesjahr Jakob Fuggers eskalierten die Diskussionen um Martin Luther endgültig: Längst ging es nicht mehr um den Ablasshandel allein, sondern auch um soziale und wirtschaftliche Fragen. »Eine Magd ist einem Fürsten gleichgestellt« – diesen Satz nahmen viele Handwerker- und Bauernfamilien zu wörtlich. Standesgrenzen und Ausbeutung sollten endlich überwunden werden! Doch Luther reagierte anders als erwartet – und Fugger-Kredite halfen dabei, die Bauernaufstände sowie die Proteste der Bergknappen in Tirol niederzuwerfen.

 

Zum Bauernkrieg finden ab März 2025 die Bayernausstellung in Memmingen sowie die Landesausstellung in Stuttgart statt.

 

Obwohl die Reichsstadt Augsburg nicht unmittelbar vom Bauernkrieg betroffen war, war sie doch in mehrfacher Hinsicht mit den Ereignissen verflochten. Die Stadt war mehrfach Austragungsort von Reichstagen und somit ein Ort reichsweiter politischer Entscheidungen. Die Reformation hatte die Stadt, obwohl erst ab 1534 offiziell im reformatorischen Lager, bereits in den 1520er Jahren berührt, und der Schillingsaufstand von 1524 zeigte, dass Konflikte auch innerhalb der Stadt schwelten. Als Zentrum der Druckproduktion war Augsburg zudem Druckort wichtiger Bauernkriegspublikationen, etwa des Drucks der Zwölf Artikel oder der Bundesordnung.

 

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum bietet im Gedenkjahr an jedem ersten Samstag im Monat eine kombinierte Führung an: Zu Beginn werden die Lutherstiege sowie die Fugger-Grabkapelle in St. Anna besichtigt. Im Anschluss werden im Fugger und Welser Erlebnismuseum die Gegensätze zwischen Luther und Fugger beleuchtet: Warum war es aus Sicht des streitlustigen Mönchs notwendig geworden, den Fuggern »einen Zaum ins Maul zu legen«?

 

 

Internationale Wochen gegen Rassismus

By dehner@fuw on 13. März 2025 in Unkategorisiert

Wie bereits 2024 wird die „Zwischenzeit 2.0“ in der Annastraße dieses Jahr während der Wochen gegen Rassismus bespielt. Vergangenes Jahr zog dort die „Denkstätte“ ein, dieses Jahr wird es eine „Dialogstätte“ geben. Mitten in der Innenstadt bietet die Dialogstätte einen öffentlichen Raum zum Austauschen, Begegnen und Erzählen. Es soll hier Raum für Gespräche rund um die Themen Rassismus und Diversität geben.

 

Im Programmheft zu den Wochen gegen Rassismus können Sie zahlreiche Workshops und Veranstaltungen in der Dialogstätte finden.

Im Fokus stehen auch drei Foto- und Filmausstellungen von Augsburger Gruppen und Kreativen, die sich mit der Vielfalt der Augsburger Stadtgesellschaft auseinander setzen.

 

Sie finden die Dialogstätte Mitten in der Innenstadt im Pop-Up-Store „Zwischenzeit 2.0“ vom
17. bis 30.04.2025.

 

 

 

 

Zur weiteren Information möchten wir insbesondere auf diese Internationalen Gedenktage aufmerksam machen:

 

21.3.: Internationaler Tag gegen Rassismus
Alljährlich finden rund um den 21. März die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Sie verstehen sich als Aktionswochen der Solidarität mit den Opfern von Rassismus. Das Datum nimmt Bezug auf den 21. März 1960, als rund 20.000 Menschen im südafrikanischen Sharpeville bei Johannesburg gegen die diskriminierenden Passgesetze des damaligen Apartheid-Systems in Südafrika demonstrierten. 69 Demonstrierende wurden beim sogenannten „Massaker von Sharpeville“ von der Polizei erschossen, mindestens 180 wurden verletzt. 1966 rief die UN-Generalversammlung den 21. März zum »Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung« aus.

 

24.3. Internationaler Tag für das Recht auf Wahrheit über schwere Menschenrechtsverletzungen und für die Würde der Opfer
Im Jahr 2010 hat die UN in Gedenken an jene, die im Kampf um Menschenrechte ihr Leben lassen musste, den Gedenktag ins Leben gerufen. Der Tag erinnert daran, dass die Wahrheit im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen aufgeklärt werden muss, um Veränderungen in Gang zu setzen und Menschenrechtsverletzungen aufzuarbeiten.

 

25.3.: Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels
Mit diesem Gedenktag weist die UNO auf die Gefahren von Rassismus und Vorurteilen hin. Er wurde anlässlich des 200. Jubiläums des Verbotes der Sklaverei 2007 initiiert und erinnert seit 2008 jährlich an den transatlantischen Sklav*innenhandel, die größte erzwungene Migration der Weltgeschichte – über einen Zeitraum von mehr als 400 Jahren. Gleichzeitig erinnert der Gedenktag an heutige Opfer von Menschenhandel und Zwangsarbeit.

 

Weiterre interessante Formate bundesweit sind auf der Website der Stiftung gegen Rassismus  zu finden.

Ausstellung: Rein ins Gemälde!

By dehner@fuw on 13. August 2024 in Unkategorisiert

Nach den Ausstellungen in Frankfurt und Wien steht Augsburg nun im Deutschen Historischen Museum in Berlin im Mittelpunkt! Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, in ein Gemälde früherer Zeiten zu schlüpfen, den Menschen dort zu begegnen und zu erfahren, wie sie damals lebten? Die Ausstellung „Rein ins Gemälde! Eine Zeitreise für Kinder“ lädt Kinder und Familien ein, eines der vier berühmten Augsburger Monatsbilder aus dem 16. Jahrhundert zu entdecken. Wie in einem Pop-Up-Buch tauchen sie in das Gemälde und das Leben der Zeit ein. Auf dem Gemälde abgebildete Menschen werden zu Erzählfiguren und eröffnen Zugänge zu den vier Themenfeldern: Menschen, Spiel, Handel und Natur. Aber sah das Leben vor 500 Jahren wirklich genauso aus? Was erzählt uns das Gemälde über die Vergangenheit und was zeigt es uns nicht?

 

Eine zeitgenössische Kopie eines der Monatsbilder, das sogenannte Winterbild hängt im Augsburger Maximilianmuseum; im Fugger und Welser Erlebnismuseum ist es im Lebenden Buch zu bestaunen. Im Deutschen Historischen Museum in Berlin zeigen die vier Originale von Jörg Breu Augsburg im Zeitalter der Fugger als ideale europäische Handelsstadt – eines davon nun interaktiv aufbereitet, was sicherlich nicht nur Kindern einen lustigen Museumsbesuch garantiert! Die Ausstellung läuft bis Mitte Januar.

Ausstellung: Der ältere Holbein

By dehner@fuw on 13. August 2024 in Unkategorisiert

Nach den Ausstellungen in Frankfurt und Wien widmet sich nun auch die Heimatstadt Holbeins mit einer sehenswerten Schau dem bedeutenden Künstler an der Schwelle von der Gotik zur Renaissance: Anlässlich des 500. Todesjahres von Hans Holbein d. Ä. (1465 – 1524) widmet sich die Ausstellung „Der ältere Holbein. Augsburg an der Schwelle zur europäischen Kunstmetropole“ dem Künstler im Kontext seiner Künstlerkollegen um 1500 und ihrer Bedeutung für die Entwicklung Augsburgs als Kunstmetropole.

 

Die Ausstellung spannt den Bogen von Holbeins Herkunft aus einer Gerberfamilie, über einzelne künstlerische Stationen, bis hin zu seinen letzten Jahren, die unter dem Eindruck von Grünewalds Isenheimer Altar standen. Hochkarätige Leihgaben aus Berlin, München, Wien sowie aus Privatbesitz bereichern eigene Bestände der Kunstsammlungen, die aus konservatorischen Gründen ansonsten nicht ausgestellt sind.

 

Die Ausstellung ist bis zum 20. Oktober im Augsburger Schaezlerpalais zu sehen.

Ausstellungen zu Holbein

By dehner@fuw on 25. Januar 2024 in Unkategorisiert

Holbein. Burgkmair. Dürer – Renaissance im Norden: Vom 19. März bis zum 30. Juni im Kunsthistorischen Museum in Wien!

 

Sie ist eine Zeitenwende in der Geschichte der Kunst: die Malerei der Renaissance. Was in Italien seinen Anfang nahm, entwickelte sich im Norden Europas zu etwas völlig Neuem – mit den Malern Hans Holbein d. Ä. (um 1464–1524) und Hans Burgkmair (1473–1531) als Wegbereiter dieser einzigartigen Kunst. Ihr Zentrum war die freie Reichs- und Handelsstadt Augsburg, die sich in nur wenigen Jahrzehnten zur Hauptstadt einer deutschen und zugleich internationalen Renaissance entwickelte. Kein anderer als einer der größten deutschen Renaissancemaler der Zeit, Hans Holbein d. J. (1497–1543), machte diese Kunst schließlich europaweit bekannt.

 

Freuen Sie sich auf herausragende Werke von Hans Holbein d. J., Hans Holbein d. Ä., Hans Burgkmair, Albrecht Dürer und weiteren berühmten Künstlern. Begegnen Sie der faszinierenden Malerei der Renaissance des Nordens, die in Augsburg ihre prachtvolle Blütezeit begann, wie in diesem Filmbeitrag eindrücklich zu sehen ist.

 

Zur vorhergehenden Zwillings-Ausstellung in Frankfurt

 

Zur Ausstellung in Wien